Dem belesenen Rock- bzw. Musik-Fan dürfte der Name Uli Twelker bereits seit Jahrzehnten ein Begriff sein. Sei es aufgrund dessen hervorragenden Büchern über die Small Faces/Faces/Humble Pie, Steve Marriott, Georgie Fame oder Miller Anderson, oder aber aufgrund seiner langjährigen Mitarbeit bei dem Printmagazin Goodtimes. Selbst ist – bzw. war, ich weiß gar nicht, ob er noch aktiv ist – er ein über mehrere Dekaden aktiver singender Schlagzeuger, der in seinem Leben auch weltweit viel rum gekommen ist und auch auf der Bühne mit Leuten wie unter anderem Chris Jagger, dem bereits erwähnten Miller Anderson sowie der Hamburg Blues Band aktiv war. Nun bzw. bereits vor einem knappen halben Jahr hat der gute Uli mit "Die Beatles-Isolation" seinen ersten Roman auf den Markt gebracht.
Allein der Titel ist ja schon mal interessant. "Die Beatles-Isolation" … was soll das denn sein? Die Geschichte beginnt erst mal einmal ein bisschen nostalgisch damit, dass der in diesem Buch erzählende Drummer Emile an einem verregneten Londoner Nachmittag mal wieder von einem Plattenladen zum nächsten schlendert. Gar nicht mal unbedingt mit einem bestimmten Kaufobjekt im Sinn, sondern einfach deshalb, weil er das Flair und die Atmosphäre dieser Läden liebt. Die Plattenliebhaber bzw. -sammler unter der Leserschaft werden dieses Gefühl ganz sicher nachvollziehen können. Und am Schluss hat man dann natürlich doch immer wieder viel mehr eingekauft, als man eigentlich wollte. Aber wie dem auch sei, am Ende seiner Shopping-Tour geht er noch für ein Absacker-Pint in den legendären '100 Club' in der Oxford Street.
Und dort trifft er wieder auf eine frühere Bekannte, der er Mitte der Siebziger nicht nur nahe stand, sondern mit der er auch in einer Band mit ihr in jenem '100 Club' auf der Bühne aktiv war. Die beiden schwelgen ein wenig in Erinnerungen, bis es dann zur Kern-Geschichte dieses Romans kommt, die sich im Jahr 1975 abspielte. Miss Bessie Haig hatte damals einen Job in einer psychiatrischen Klinik in Holland angenommen, in der sich nach wie vor ein mittlerweile knapp zwanzigjähriger Patient in Behandlung befand. Grund für dessen Aufenthalt war ein kompletter Nervenzusammenbruch, als er im Jahr 1970 von der Trennung seiner absoluten Lieblings-Band, The Beatles, erfuhr. So, und damit höre ich an dieser Stelle auch schon auf mit der Geschichte, da ich die weitere Handlung nicht bereits vorweg nehmen möchte.
Uli Twelkers "Die Beatles-Isolation" ist ein großer Lese-Spaß, der immer wieder Spannungsbögen aufbaut und diese dann auf natürliche und glaubhafte Weise wieder auflöst. Das Buch springt bezüglich seiner Handlungsorte immer wieder mal von Holland nach London, führt den Leser an legendäre Londoner Schauplätze, an bzw. in denen sich früher die 'ganz Großen' rumtrieben, glänzt immer wieder mit Songeinschüben und Hinweisen auf damalige Musiker sowie den damaligen Vibe. Das Finale ist dann auch kein riesengroßer Knall, sondern erneut durchaus realistisch dargestellt. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann dass mir die Dialoge im Buch hier und da ein bisschen 'hölzern' vorkommen, aber das mag auch nur mein eigenes Empfinden sein.
Davon abgesehen ist das Buch durchaus sehr empfehlenswert und ein dicker Tipp für alle, die noch nach Ideen für ein Weihnachtsgeschenk suchen.
Autor: Uli Twelker
Titel: "Die Beatles-Isolation"
Verlag: Uli Twelker Publishing
Format: Taschenbuch
Original-Erscheinungstermin: 27. Mai 2026
Sprache: Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 312 Seiten
ISBN-10: 3000865284
ISBN-13: 978-3000865282
Abmessungen: 13,4 x 2,55 x 21 cm
Preis: 20 €



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