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Martin Engeliens Go Music – Konzertbericht, 31.10.2026, JuSt, Straelen

Am 31. Oktober 2026 gastierte Martin Engeliens Go Music im JuSt, Straelen.
Es gab eine Änderung im Line-up. Sängerin Désirée Bucco ist erkrankt, befindet sich im Krankenhaus. An dieser Stelle wünscht RockTimes der Sängerin gute Besserung.
Als Feuerwehrmann sprang Steff Rittau, unter anderem Vokalist bei Lewinsky sowie der Classic Rock-Combo Dr Bob, ein.
Neben dem Go Music-Gründer Martin Engelien waren Gitarrist Francesco Marras sowie der deutsche Schlagzeuger-Legende Charly T. mit von der Partie.
Nach der letzten Konzertreise unter dem Motto 'The Spirit Of Boogie Woogie' lautete bei dieser 9-Städte-Tour die Devise »[…] The Spirit Of Hard Rock […]«.
Im Newsletter angekündigt wurden Songs von Black Sabbath, AC/DC, Deep Purple, Van Halen, Bon Jovi oder Aerosmith.
»[…] Und noch jede Menge mehr! […]«
Bei einem Go Music-Konzert »[…] wird aus jedem Song ein neues Abenteuer. Riffs werden auseinandergerissen, Grooves auf den Kopf gestellt, Stimmen explodieren, Gitarren brennen und aus einem bekannten Klassiker kann jederzeit etwas völlig anderes entstehen. […]«
»[…] Francesco Marras – Gitarrenpower aus Sardinien, Hard-Rock- und Metal-Erfahrung inklusive. Ehemals Tygers Of Pan Tang, dazu Sänger und Gitarrist seiner eigenen Projekte.
Charly T. – Go Music-Urgestein, Rock-Schlagzeuger mit Erfahrung unter anderem bei Marius Müller Westernhagen und The Lords.
Martin Engelien – Bass, musikalischer Kopf und natürlich der Missionar der Live Musik! […]«

Martin Engeliens Go Music im Oktober 2026 im JuSt Straelen

Martin Engeliens Go Music im Oktober 2026 im JuSt Straelen

Zwei Stunden Go Music live und in Farbe.
Steff Rittau, der Sänger mit der rauen Stimme, der Rock-Shouter. Seine Gefühlslagen spiegelten sich nicht nur in seiner Mimik sondern auch in seiner dynamischen Körpersprache sowie Action wider. Einmal machte ein singender Steff Rittau auch eine Runde durch den Saal. Klasse Showeinlage. Das Hauptaugenmerk lag allerdings auf seinem stimmgewaltigen Gesang. Man hatte den Eindruck, als seien die Texte der ausgewählten Songs nur für ihn geschrieben worden.

Während des Gigs übernahm auch Francesco Marras die Lead Vocals. "Closer To The Edge" mischte balladeske Momente mit hoch dynamischen Anteilen und auch das mächtig rockende "Do You Hear Me Now" verfügte über ruhigere Phasen. Beide Songs stammen von seinem Album It’s Me. Selbstredend heizte der Gitarrist mit seinen fantasievollen Fretboard-Fahrten ordentlich ein. Seine Soli waren Wasserfälle an Emotionen. Highlights!

Es gehört zur Tradition einer Go Music, ein Konzert mit einem instrumentalen Opener zu starten. Für diesen und die kommenden Gigs trägt das Stück den Titel "Ajò", ein Begriff aus dem sardischen Sprachraum. Da war natürlich Francesco Marras die Kompetenz in Person, um Auskunft über die Bedeutung des Wortes geben zu können. Je nach Aussprache und Betonung bedeutet es soviel wie 'Alles gut' oder 'Los gehts'. Schon die sechszehn Minuten der Nummer reflektierten den Spaß an der Improvisation, an der Freude, seinen Gefühlen in Alleingängen freien Lauf zu lassen. So machte Francesco Marras' erstes Solo Appetit auf mehr Hard Rock-Fantasien. Viel rhythmische Finesse und flexible Tempi prägten den ersten Alleingang von Charly T. und Martin Engelien haute mit Wah Wah-Pedal-Action ein funky Solo raus.

Dann wurde der 'Spirit Of Hard Rock' eingeläutet.
Den Reigen eröffnete das Quartett mit "Rock And Roll All Nite" von Kiss. Zu den Beats von Charly T. klatschte das Publikum im Takt mit und AC/DCs "You Shook Me All Night Long" endete in einem furiosen Finale. Steff Rittau, ein genialer Shouter vor dem Herrn des Hard Rock. Das erste Song-Trio vervollständigte "We’re Not Gonna Take It" von Twisted Sister. Francesco Marras übernahm die Lead Vocals. Nicht im Einsatz, war Steff Rittau auf der Luftgitarre unterwegs.
In Bryan Adams' "Summer Of 69" wurde zum Solo von Charly T. gleich weiter geklatscht. Der Drummer sorgte dabei für viel Betrieb auf der Snare und am Ende glänzte er auch noch durch einen Double Bass-Einsatz. Toll! Martin Engelien bat den E-Gitarristen zu einem Frage-Antwort-Intermezzo auf zehn Saiten.

Nicht nur der Berichterstatter wartete auf einen Song von Deep Purple. Gleich nach der Pause war es dann soweit. Ein Klassiker der Band machte die Runde in der Location. Bei "Smoke On The Water" offerierte Francesco Marras Flinkefinger-Akrobatik auf dem Griffbrett seiner sehr schön designten Gitarre und dieses Mal bat der Go Music-Gründer Charly T. zu einem angeregten Zwiegespräch. Super! Begleitet vom Schlagzeuger brachte der Bassist die dicken Saiten seines schwarzen Tieftöners durch kreisende Windmühlen-Bewegungen wie ein Pete Townshend zum Schwingen.
Es bereitet immer wieder viel Spaß und Freude, wenn man bei den Songs laut mitsingen kann. Dazu hatte das Publikum viele Gelegenheiten und Martin Engelien lobte den JuSt-Chor nicht nur einmal. Das Auditorium kam bei der Zugabe letztmalig zum Einsatz. Dazu aber später.

Selbst erlebt. Mittlerweile legt fast jeder DJ bei einer Hochzeit diesen Song auf.
Da sieht man die jungen Leute mit beschwörenden Bewegungen im Kreis auf den Knien. Nicht so an diesem Abend. "We Will Rock You" von Queen wurde anders abgefeiert. Auf der Bühne standen Francesco Marras sowie Charly T. im Fokus und die bekamen mächtig viel Szenenapplaus.

Über ein kurzes aber heftiges "Paranoid" von Black Sabbath servierte die Combo etwas zum Durchatmen. Whitesnakes Ballade "Is This Love" zog die Aufmerksamkeit der Anwesenden vor der Bühne genauso an, wie Joan Jetts "I Love Rock’n’Roll", das Francesco Marras mit Song-Zitaten von Jimi Hendrix ausschmückte. Martin Engelien voller überschwänglicher Emotionen. Er slappte, er riffte, er klopfte mit der Faust auf die obere Seite des massiven Korpus, drückte an gleicher Stelle gegen den schwarzen Bass-Body und kreierte dadurch auf wundersame Weise psychedelische Sounds. Für sich gesehen war dieses Solo ein Highlight.

Weit zurück in die Musik-History ging es bei "You Really Got Me" von The Kinks.
Der Gitarrist warf einen Blick zurück zu einem Song, der bereits gespielt wurde. Er integrierte ein "Smoke On The Water"-Blitzlicht und danach folgte eine heavy Wah Wah-Pedal-Action. Super! Ein weiteres Statement dafür, dass bei einer Go Music nicht nur Lieder nachgespielt werden, sondern durch die individuelle Klasse der Künstler gestempelt werden. Genau so definiert sich eine Go Music. Für Bon Jovis "Have A Nice Day" übernahm der Gitarrist abermals die Lead Vocals. Auch er konnte durch seinen Gesang überzeugen.

Zugabe. Mit Blick auf Francesco Marras kündigte Martin Engelien ein sardisches Wiegenlied an und bat um absolute Ruhe und es wurde mucksmäuschenstill in der Location. Von wegen Lullaby! Schon bei den ersten Gitarren-Tönen flippte das Auditorium förmlich aus. "Highway To Hell" von AC/DC. Bei dieser Nummer brauchte man sozusagen gar nicht erst auf die Wirkung von Teein oder Koffein zu warten. Puls und Blutdruck stiegen. Ganz vorne standen einige Leute mit AC/DC-T-Shirts. Die Personen waren kaum noch zu halten. Dann stand Steff Rittau im Spotlight. Mit dem Publikum inszenierte er ein »[…] Highway to hell […]«-Call and Response. Dieser Part ohne Bandbegleitung war quasi der Solo-Part des Steff Rittau.

Martin Engeliens Go Music mit Steff Rittau, Francesco Marras und Charly T. sorgte für einen goldenen Herbst der Hard Rock-Mucke.
Beide Daumen hoch für Soundmann Stefan und Norbert für die Lightshow.

Nach diesem beeindruckenden Go Music-Konzert kam Joachim Geelen, seines Zeichens 1. Vorsitzender des Kulturring Straelen e.V., auf die Bühne. Er teilte die sehr traurige Nachricht des Todes von Alexander Voigt, der der 2. Vorsitzende war, mit. Er verstarb am Tag des Go Music-Konzertes. Nicht nur im Verein weiß man seine über die Jahre engagierte Tätigkeit zu würdigen. Musikalisch ehrte ihn das Quartett dann mit einem langsamen "Blues für Alex".

Wir bedanken uns bei Martin Engelien für den Platz auf der Gästeliste.
Für die Go Music im Dezember werden von Martin Engelien Jenn Tiger (Vocals), Simon Novsky (Vocals), Gregor Hilden (Guitar), Kai Weiner (Vocals, Keyboards), Emanuele Martinez (Vocals, Violin), Wolfram Huschke (Cello), Dirk Brand (Drums) und Knuth Jenxsen (Percussion) angekündigt.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Martin Engeliens Go Music im Oktober 2026:

Steff Rittau (vocals)
Francesco Marras (vocals, guitar)
Martin Engelien (bass, backing vocals)
Charly T. (drums, percussion)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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