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Real Blue / F*ucking Frog Fantasy – CD- Review

Real Blue / F*ucking Frog Fantasy – CD- Review

Real Blue, die Band aus Saarbrücken, hielten bereits zweimal Einzug bei uns, das war 2023 mit ihrem Album Pink Plush Pig und ein Jahr später Silly Slush Swing.

Allgemein werden die Drei als Blues- und Jazz-Trio bezeichnet, doch entsprechend klare Grenzen konnte ich bisher in dieser straffen Form nicht unbedingt wahrnehmen, so dass stilistisch wohl keine starre Einordnung erfolgen sollte. " F*ucking Frog Fantasy", das neue Album, besteht fast nur aus Fremdkompositionen, und von den vierzehn Songs sind  dann auch nur zwei von Christian Bauer ( #3 und #13).

Und wie bisher auch, klebt man nicht streng an den Originalen, sondern diesen wird ein individuelles neues Kleid geschneidert. Und das wieder in recht reduzierter Instrumentierung, ein Schlagzeug gibt es nicht, die Arrangements sind recht reduziert, und die Harp von Christian Bauer nimmt oft eine stark vordergründige Stellung ein. Doch Gitarrist Joerg Metzinger steht auch durchaus einmal im Vordergrund.

Nach den ersten beiden Coverversionen fällt mir positiv die erste Eigenkomposition mit "Cold Case Calamity" auf, und so meine ich, dass man zukünftig verstärkt damit arbeiten sollte, denn dieses Stück hebt sich, so empfinde ich es, sehr positiv von den übrigen ab, auch gerade, weil hier die Gitarre sehr passend eingesetzt wird. Die Nummer besticht auch durch Rhythmuswechsel und ich meine, hier eine sehr starke Individualität zu bemerken, hier wird viel lockerer gespielt, und die Synthese von Blues und Jazz gelingt sehr gut, auch fügt sich der Gesang von Heike Stark besser ein.

Und gerade, wenn Klassiker diverser Genres verwendet werden, bemerke ich, dass eigene Songs einfach besser wären. Gerade bei einem meiner 'Lieblinge' bemerke ich, dass es mir so nicht gefällt, bei "Moanin`", dem Klassiker von Bobby Timmons, dem der Text und der Gesang von Jon Hendricks zugefügt wurde und zu einem echten Klassiker avancierte, auch in diversen Instrumentalversionen, zum Beispiel jene berühmte von Art Blakey And The Jazz Messengers.

Besser klappte das aus meiner Sicht mit solchen Nummern wie dem "Richland Woman Blues", wo man so gar nicht an das Original klammerte, sondern diesem Lied eine sehr gute neue Auslegung geben konnte, so etwas überzeugt dann auch eher. Und so muss ich meine persönliche 'Spreu vom Weizen' trennen, das heißt, die originalen Jazztitel könnte ich gut missen in diesen Versionen, so auch ganz besonders "I Ain’t Got Nothing But The Blues", das für mich einfach unschlagbar bleibt in der Zusammenarbeit von Duke Ellington und der großartigen Ella Fitzgerald!

Neben diesen Blues- und Jazz-Bearbeitungen hat man sich dann auch erneut Tom Waits angenommen (- #7, -#12), bis dann mit dem Titelsong die zweite eigene Nummer folgt. Und da geht es mir wie mit "Cold Case Calamity", denn hier atmet die Musik mehr Eigenständigkeit, hier mit einer komödiantischen Ausrichtung!

Fazit: Real Blue ist für mich weder eine Jazz- noch eine Bluesband, und ich bin der Meinung, man sollte die grundlegenden Kenntnisse dieser Richtungen für eine stärkere Schaffung einer eigenen Band-Persönlichkeit anwenden und nutzen! In diesem Zusammenhang gefällt mir dann aber auch die andere Richtung, fern von Jazz und Blues, mit der Bearbeitung von Melody Gardot’s "Bad News", das passt einfach besser!


Line-up Real Blue:

Christian Bauer (harp, piano, ukulele, melodica)
Joerg Metzinger (guitar, resonator, banjo, bass)
Heike Stark (vocals, percussion)
Michael Grossklos (slide guitar – #5)

Tracklist "F*ucking Frog Fantasy":

  1. Treat Me Right
  2. Hallelujah, I Love Him So
  3. Cold Case Calamity
  4. Moanin'
  5. Richland Women Blues
  6. I Ain’t Got Nothing But The Blues
  7. Chocolate Jesus
  8. Black Snake Blues
  9. You Got To Move
  10. Wade In The Water
  11. They’re Red Hot
  12. Blow Wind Blow
  13. F*cking Frog Fantasy
  14. Bad News

Gesamtspielzeit: 48:38 , Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
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Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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