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Düsterer Dark Rock mit MONO INC. sorgt für reichlich Gänsehauteinlagen

MONO INC. Festung Mark 15.08.2026

Ich hatte meine Konzertberichte bisher immer mit dem Anspruch versehen, dass ein Text nur mit Bildern erscheinen darf. Doch mit dem Alter wird man nicht nur reifer. Mit dem Blick für die Realität trennt man sich von liebgewonnenen Zöpfen und sieht vieles gelassener. Ich weiß nicht warum, aber beim Konzert von MONO INC. am 15. August 2026 in Magdeburg sah ich nicht einen einzigen Bildreporter im Fotograben arbeiten. Manche Vertreter der Zunft, vornehmlich internationale Bands, geben sogar nur bestimmte Konzerte zum Fotografieren frei. Aber darum geht es mir heute gar nicht. Vielmehr ist es so, dass mich das Konzert in der tollen Kulisse der Festung Mark stark beeindruckte. Ich war ohnehin nur als Besucher dort und nicht mit der Option zum Fotografieren.

Zehn Monate lag mein Ticket zu Hause. So lange währte die Vorfreude auf das Konzert im Rahmen der Open Airs 2026 von MONO INC. Erst vor knapp zwei Jahren machte mir ein Bekannter die vierköpfige Formation schmackhaft. Mit seiner Frau hatte er zuvor mehrere Livespektakel mit Martin Engler und seinen Bandkollegen erlebt. In der Folgezeit sah ich mir regelmäßig Videos an und stellte sie bei WhatsApp in meinen Status. Ich konnte verfolgen, wie das Interesse stieg. Ich fand immer mehr Gefallen am unverwechselbaren Sound der Dark Rocker. Verwundert stellte ich fest, dass sich in meinem Umfeld viele Metal-Fans der Vorliebe für MONO INC. anschlossen. Es ist eindeutig Rock, aber noch lange kein Metal, wenn die vier Musiker mit ihrer Mischung aus düsterem Dark Rock, emotionaler Melancholie und der markanten Stimme von Sänger Martin Engler Hymnen wie "Children Of The Dark", "Lieb Mich", "Kein Weg zu weit" und "In My Darkness" aufs Parkett zaubern.

Die Titel in deutscher und englischer Sprache handeln von tiefen Gefühlen und werden mit treibenden Beats vorgetragen. Es ist das Ehrliche und das Authentische. Damit sind wir wieder einmal bei den Metal-Freaks. Sie schätzen die Band genauso wie die eingefleischten Fans, die aus gutem Grund keine Tour und kein Album auslassen. Unter den Besuchern hatte ich den Eindruck: Den typischen Fan gibt es gar nicht. Die bereits erwähnten Metal-Fans waren in großer Zahl erschienen. Doch generell versammelten sich bei ausgelassener Stimmung Musikliebhaber aller Couleur auf dem Innenhof der Festung. Die Gothic-Fraktion hat sich weitestgehend von der Band verabschiedet. Als Insidertipp taugen sie schon lang nicht mehr und sie sind im Lauf der Zeit zu sehr mit dem Mainstream verwachsen, hört man aus der Ecke der Schwarzen Szene. Mit mangelndem Respekt hat das freilich wenig zu tun.

Betont rockig ging es zu. Was für eine Traumkulisse! Man mag die Magdeburger zu ihrer Festung beglückwünschen. Seit 20 Jahren heißt es dort in gut erschlossener Lage »Raum für Kultur«. Offenbar ist Magdeburg für MONO INC. eine gute Adresse. Beim ausverkauften Konzert anno 2026 bedankte sich Martin Engler für das perfekte Konzert vor zwei Jahren an gleicher Stelle. Er sagte dies mit einer starken Berührung und gebrochener Stimme. Der Sänger fand aber schnell wieder die Fassung und bot mit seiner Formation ein zweistündiges Konzert, das die Ausnahmestellung der Hamburger unterstrich.

Das Wichtigste ist schnell in Worte gefasst: Es ist allein die Präsenz der vier Musiker, die ein solches Gastspiel zum Vergnügen werden lässt. MONO INC. bieten ihrem Publikum eine Perfektion, die als solche auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. Ein Konzert folgt dem Konstrukt eines Konzeptalbums. Alles ist Plan. Es ist eine Punktlandung, die einerseits auf Gefühlen aufbaut, bei der aber musikalisch der Holzhammer hervorgeholt wird. Wer sich auf dieses musikalische Erlebnis einlässt, wird schnell merken, dass es niemanden kalt lässt.

MONO INC. in Magdeburg – das war großes Kino. Wiederholung immer wieder gerne. Danke für diesen unvergesslichen Abend den Musikern und dem Team der Festung Mark, das den Besuchern des Konzertes im Anschluss eine After-Show-Party unter dem Motto "Schwarze Festung" servierte. Bei dem Konzert, bei dem Alienare und Sotiria in dieser Reihenfolge als Support auftraten, stimmte einfach alles. Welch wunderschöner Sommerabend!

Titelbild:: © 2026 | Mario Keim | RockTimes

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

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